Orthopädische Praxis
Dr. Martin Frömel
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Das Hüftgelenk

A. Anatomie

B. Hüftarthrose

C. Sonstige Erkrankungen der Hüfte

Anatomie

Das Hüftgelenk setzt sich aus dem Hüftkopf am oberen Ende des Oberschenkelknochens (Femur) und der im Becken befindlichen Hüftpfanne (Acetabulum) zusammen. Diese Gelenkpartner bilden miteinander ein sogenanntes Kugelgelenk. Beide Enden der Gelenkpartner sind mit einer Knorpelschicht überzogen, um aneinander reibungslos zu gleiten. Des Weiteren dient der Gelenkknorpel als Puffer.

Das Hüftgelenk erlaubt ein großes Maß an Bewegung bei gleichzeitiger Stabilität: Die Beine können ausgehend vom Hüftgelenk nach vorne, hinten und bis zu einem gewissen Grad auch zur Seite bewegt werden. Die Stabilität ergibt sich durch die großen Kontaktflächen und die stabilen Gelenkkapseln sowie durch die Gelenklippe (Labrum).

Hüftarthrose

Die Arthrose der Hüfte gehört zu den häufigsten Erkrankungen der Hüfte. Hierbei handelt es sich um einen vorzeitigen Knorpelverschleiß an einem oder beiden Gelenkpartnern. Dadurch verringert sich der Gelenkspalt. Bewegungseinschränkungen und Schmerzen, die oftmals in Leistennähe oder im Gesäßbereich empfunden werden, stellen sich ein. Während in den Anfangsstadien die Beschwerden eher bei Bewegung und Belastung auftreten, kann es bei fortgeschritteneren Arthose auch zu Ruheschmerzen kommen.

1. Ursachen der Hüftgelenksarthrose

Bei den Ursachen einer Arthrose unterscheidet man solche, die klar zu identifizieren sind, wie bei einer Hüftkopfnekrose im jüngeren Alter und solche, die durch vorzeitigen Verschleiß gekennzeichnet sind. Letztere ist häufiger und tritt meist in der Altersgruppe der 55- bis 75-Jährigen auf. Risikofaktoren dafür, dass sich Knorpel schneller abnutzt, können unter anderem Fehlstellungen, die eine unphysiologische Belastung darstellen oder auch Übergewicht und frühere Unfallschäden sein.

2. Nicht-operative Therapien

Da Knorpelgewebe kaum regenerationsfähig ist, kann eine Arthrose in der Regel nur symptomatisch behandelt werden. Bei noch nicht zu weit fortgeschrittenen Erkrankungen kommen dazu nicht-operative, sogenannte konservative Behandlungsmethoden zum Einsatz. Dazu gehören neben einer Anpassung der Lebensumstände, z. B. durch Gewichtsreduktion oder Vermeidung von Tätigkeiten, die Schmerzen auslösen, zum einen muskelstärkende und zum anderen schmerzlindernde Maßnahmen. Mobilisierende Krankengymnastik oder andere gelenkschonende sportliche Betätigungen können helfen, das Gelenk beweglich zu halten und ein stützendes Muskelkorsett zu fördern. Um den Betroffenen die wichtige Aktivität zu ermöglichen, ist oftmals eine fundierte und individuell angepasste Schmerztherapie, oftmals durch Schmerzmittel aus der Gruppe der sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika wichtig. Ergänzende Maßnahmen, wie Hyaluronsäureinjektionen in das Gelenk, pulsierende Magnetfeldtherapie oder Kälte- und Wärmeanwendungen können außerdem Linderung bringen.

3. Operative Therapie / Gelenkersatz

Die moderne Endoprothetik bietet viele Möglichkeiten zum Gelenkersatz, wenn konservative Therapien ausgeschöpft sind und die Lebensqualität der Betroffenen durch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen gemindert ist. Wie genau eine solche Operation abläuft hängt von vielen individuellen Gegebenheiten, wie z. B. dem Ausmaß der Arthrose oder Alter und Gewicht des Patienten, ab. Fundierte und ausführliche Untersuchungen und OP-Planungen gehen daher jedem operativen Eingriff zuvor.

Heute versucht man immer so gewebeschonend wie möglich vorzugehen, um die Rehabilitation zu einem günstigen Verlauf zu bringen. Das bedeutet in vielen Fällen eine minimal-invasive Operationstechnik, bei der so kleine Schnitte wie möglich gemacht werden und der Zugang durch sogenannte Muskellogen genutzt wird. Welche Art der Prothese dann eingesetzt wird, ist unter anderem von dem Ausmaß der Arthrose und dem biologischen Alter des Patienten abhängig. Der Gelenkpartner des Beckens, die sogenannte Pfanne, muss in jedem Fall ersetzt werden, indem man eine sogenannte Press-Fit Pfanne ohne Knochenzement einsetzt. Eine Hüftkappe nach McMinn kann beispielsweise bei relativ jungen Patienten, deren Knochenqualität gut ist (also keine Osteoporose vorliegt) und die kein Übergewicht haben, durch einen hinteren Zugang eingesetzt werden. Dabei entfernt man den Hüftkopf nicht, sondern überkront ihn. Ist eine solche Versorgung nicht möglich, wird der Hüftkopf entfernt. In den Oberschenkelschaft wird dann eine Prothese mit Stiel eingebracht. Auch hier versucht man meist, ohne Knochenzement zu arbeiten. All diese Eingriffe werden in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt. Heute versucht man die Patienten so schnell wie möglich wieder zu mobilisieren, damit ein Rückgang von Muskulatur verhindert wird. Das bedeutet, dass sie bereits am ersten Tag nach der OP unter Anleitung wieder aufstehen und erste Schritte gehen sollen. Die anschließende Rehabilitation richtet sich nach individuellen Begebenheiten.

4. Die Endoprothese

Die heutigen Endoprothesen weisen eine Haltbarkeit von 15 bis 20 Jahren auf. Nach dieser Zeit kann in der Regel eine Wechseloperation durchgeführt werden. Die Materialien, die beim künstlichen Gelenkersatz verwendet werden, sind meist Kobald-Chrom, Titanium, Keramik und Polyethylen.

 

Sonstige Erkrankungen der Hüfte

1. Freie Gelenkkörper

Freie Gelenkkörper sind Absprengungen aus Knochen oder Knorpel, die sich frei im Gelenk befinden und dort für Probleme sorgen können. Sie kommen meist bei Erkrankungen der Gelenkschleimhaut (Synovia) und nach Verletzungen vor und blockieren dann das Gelenk wie Sand im Getriebe. Diagnostisch können die freien Gelenkkörper gut mit CT- oder MRT-Untersuchungen lokalisiert werden. Im Rahmen einer Gelenkspiegelung können freie Gelenkkörper entfernt werden.

2. Labrumschäden

Das Labrum oder auch Gelenklippe genannt, befindet sich an der Gelenkpfanne und umschließt den Gelenkkopf als zusätzlicher Stabilisator. Durch chronische Überlastungen oder Verletzungen bei Unfällen kann das Labrum einreißen. Daraus können freie Gelenkkörper sowie belastungsabhängige unspezifische Hüftschmerzen entstehen. MRT-Untersuchungen mit Kontrastmitteln und Gelenkspieglungen können darüber Aufschluss geben. Therapeutisch wird das Labrum je nach Ausmaß des Risses genäht oder entfernt.